Kathmandu April 2006

 

Am 17 April reiste ich nach Kathmandu und quartierte mich im Hotel Nepa ein, das im Stadtteil Thamel liegt, ein etwas besseres Hotel für das ich $ 20 pro Nacht zahlte. In Kathmandu gibt es auch viele billigere Hotels wo man $5-8 pro Nacht zahlt. Ich blieb eine Woche in dieser Stadt, in der zu diesem Zeitpunkt ein Ausnahmezustand herste, da politische Unruhen an der Tagesordnung waren. Diese manifestierten sich in täglichen Ausgangssperren, die der König anordnete, damit er Demonstrationen verhindert. Zu der Demonstration haben die 7 Parteienkoalition aufgerufen die an die Macht wollen. Geschichtlicher Hintergrund. Kathmandu wurde im 9 Jahrhundert gegründet an der Mündung der Flüsse Vishnumati und Bagmati, einem heiligen Fluss. Zwischen 1482-1768 gab es drei Stadtkönigtümer, Kathmandu, Patan und Bahaktapur und wurde danach durch Prithvinarayana Shah zu einem Königreich vereint. Seid her waren 8 Könige an der Macht. Der vorletzte König Birendra, der vom Volk beliebt war, wurde samt Familie im Jahr 2000 ermordet. Auf den Thron stieg sein Bruder König Gayamendra der beim Volk nicht beliebt ist. Er regierte mit einem Parlament, das aber wegen wiederholter Korruption immer wieder in den Verruf kam. In dieser Zeit bildete sich auch ein Wiederstand, die Mahoisten, die das Ziel hatten den König zu stürzten, um eine sozialistische Ordnung einzustellen. Das gelang ihnen trotz Waffenbesitz nicht. Im Februar 2005 löste der König das gesamte Parlament auf und riss alle Macht an sich. Im Frühjahr 2006 vereinigten sich die Mahoisten mit andern politischen Parteien und riefen zu Demonstrationen auf um die alleinige Macht des Königs zu beenden. Somit fanden nun diese Demonstrationen in Kathmandu und auch in andern Städten Nepals statt.

Das ganze Zentrum war von Soldaten und Polizei kontrolliert und hatten das Ziel die Demonstrationen zu unterbinden. Das gelang ihnen nicht und somit kam es zu Auseinandersetzungen bei denen insgesamt 25 Menschen ums Leben kamen. Einiger dieser Demonstrationen und Kundgebungen habe ich live miterlebt und die Sehnsucht der Menschen nach Demokratie und einem besseren und gerechtern Leben mitspüren können. Ich durfte dann auch den Sieg der Partein miterleben, da der König letztendlich grünes Licht für eine neue Verfassung und der Bildung eines Parlamentes gab.

Selbst, als Tourist kam ich durch alle Absperrungen der Arme und Polizei durch und konnte mir einige Sehnwürdigkeiten in Kathmandu ansehen. Das Schöne dran, ich hatte diese ganz alleine für mich, da keine Einheimische und keine Touristen da waren. Es bleibt die Hoffnung das die politische Situation sich stabilisiert, damit die Touristenzahl wieder ansteigt, ein wichtiger Einkommenszweig in diesem Land.

In Kathmandu ist der Verkehr ein reines Erlebnis, überhaupt in den engen und schlechten Strassen, wo Autos, Motorräder, Rischkafahrer und Fußgänger aufeinender zufahren.

Des weitern gibt es viele gute Lokale wo man gut Essen kann, viele Bars mit lauter Musik, viele Geschäfte wo man Markensachen um den „halben" Preis im Vergleich mit Europa einkaufen kann, und natürlich die Religiösen Sehnwürdigkeiten.

 

Reinhold Kraus