Religion- Hinduismus

Mein Bericht hat das Ziel meine Eindrücke über die von mir besuchte Tempelanlagen in Nepal wiederzugeben, ohne in die baulichen und geschichtlichen Details einzugehen, als auch wiederzugeben wie Religion tatsächlich in der Hauptstadt Kathmandu gelebt wird. In Nepal sind 90% der Bevölkerung Hinduisten und 10 % Buddhisten, wobei in Kathmandu die Religionszugehörigkeit der Bevölkerung im Gleichgewicht steht.
Der Ursprung dieser Religionen geht nicht auf eine Person zurück, sondern auf eine Hymnensammlung „Veden" genannt, die von Arier nach Indien gebracht wurde, wo sie von der Religion der Ureinwohner beeinflusst wurde. Im Zentrum der Religion stand das kultische Opfer. Um das 6 Jahrhundert vor Christi wurde das kultische Opfer ersetzt durch „Puja", die Verehrung der Bildnissen von Götter.
Heute spielen zwei Götter eine zentrale Rolle in der hinduistischen Religion, Vishnu und Shiva. Vishnu, der als oberster Gott angesehen wird hat die Rolle des Erhalters und Shiva hat die Rolle des Zerstörers wobei ihm von seinen Anhängern auch die Eigenschaften des Schöpfers und Erhalters zugewiesen wird. Die Beiden Götter haben verschiedene Erscheinungen und neben ihnen gibt es noch eine Reihe anderer Götter denen eine bestimmte Fähigkeit zugeordnet wird, wie zum Beispiel der Gott der Liebe, des Regens, des Zorns u.s.w. Die Erscheinungsformen der Götter sind sehr verschiedenen, zum größten Teil werden sie als menschliches Bildnis dargestellt aber auch als Tiere, da Vishnu in dieser Form zur Erde zurückkehrt um die Ordnung auf der Welt wieder herzustellen, sollten die Sünden überhand nehmen. Die einzelnen Götter werden nicht immer gleich dargestellt und sind somit nicht leicht zuzuordnen, es gibt aber eine Aufzeichnung in Indien in der die Grundstrukturen der Götterdarstellung festlegt sind und somit eine Zuordnung erfolgen kann. Eine Götterdarstellung die häufig zu sehen ist, ist ein Menschenkörper mit einem Elefantenkopf. Das ist Ganes der Sohn Shivas. Als Shiva einmal verärgert war lies er seinem Sohn den Kopf abschlagen. Damit dieser dann doch nicht ohne blieb, ließ er ihm einen Elefantenkopf aufsetzten. Diese Kultobjekte sind in Form von Bilder, Zeichnung, Mantras und Skulpturen dargestellt und lassen sich in Ikonsche und anikonische Formen aufteilen, wie zum Beispiel, Berge, Bäume, Steine.
Die Bevölkerung selbst kennt die vielen Unterschiede der Götterdarstellung kaum. Bei meinen Hausbesuchen in Kathmandu, erzählten mir meine Gastgeber das sie eigentlich keine überzeugte Gläubige sind. Sie hatten zwar ein Bild eines Gottes im Haus, wussten aber nicht wer das ist und pflegten keine regelmäßige religiösen Rituelle. Ich lernte aber auch einen jungen Mann 24 Jahre alt Nabin Maskey kennen der sehr gut über die religiösen Festlichkeiten die sich in Kathmandu und Umgebung abspielten bescheid wusste
Die religiösen Praktiken die täglich zu beobachten sind bestehen darin, dass Leute bei den Tempeln betten, und eine Kerze entzünden. Die Tempel sind in Ehren eines bestimmten Gottes gebaut der in Form einer Skulptur aus bemahltem Holz oder aus Bronze dargestellt ist. Bei einigen Tempeln ist ein kleiner Altar an der Außenwand zu finden, wo ein Gott aufgestellt ist, ein Ort an dem die Menschen bette. In andern Fällen ist der Gott im inneren des Tempels aufgehoben und ist nur für die Priester zugänglich. Ein Mal im Jahr veranstalten einige der Tempeln Prozessionen, bei denen der „Gott" aus dem Tempel heraus geholt wird. Auf einem mit grünen Zweigen geschmücktem Holzwagen, von Menschen gezogen, wird ein bestimmtes Trasse, begleitet natürlich von den Gläubigenschar gefahren. Die Räder der Wägen haben einen Durchmesser von bis zu 2 Meter und der Wagen wird von Menschen gezogen. An diesen Wägen holen sich die Gläubigen auch den Segen Gottes. Die Tempel sind quadratische Ziegel-, Stein- oder Holzbauten die mit mehreren übereisenaderliegenden Dächern versehnen sind. Die Dächer werden von Streben gehalten die aus geschnitztem und bemahlten Holz sind, die Götter aber auch Sexakte darstellen. Zu den höheren Terrassen des Tempels führen steile Treppen die oft von Elefantenskulpturen oder auch einem Tier Goud genannt flankiert sind. Das Tier Goud ist eine Mischung mehrer Tierarten und hat, wie auch die Elefanten, die Rolle den Tempel zu beschützen.
In Kathmandu besuchte ich die größte königliche Palastkomplex Nepals genannt „Hanuman Dhoka Durbar" der aus 32 Bauten besteht. Kathmandu war eines der drei Hauptstädte aus der Malla Zeit. Die andern beiden waren Patan und Bhagdapur. Die ersten Tempel wurden unter Ratnamalla 1484-1520 gebaut und der Göttin Taleju gewidmet. Erweitert wurde die Anlage 1881-1911 und 1977. Der größte Tempel „Mahendra Malla" entstand zwischen 1560-1574.
Bhaktapur liegt östlich von Kathmandu und ist mit dem Linienbus in einer Stunde zu erreichen und war auch Sitz eines Königs in der Malla Zeit. Für den Besuch sollte man einen ganzen Tag einplanen. Der erste Tempel im Palastbereich wurde im 14 Jahrhundert errichtet. Ein bedeutender Tempel ist der „Mul Chowk"der in Ehren der Hausgöttin Taleju erbaut worden ist. Heute umfasst die Anlage 17 Bauten, die sehnwert sind, wegen ihren besonders künstlerisch, hochwertiger Holzschnitzerei, der Wandmalerei und den Bronzeskulpturen.. In Bhagdapur kann man das herstellen von Tontöpfen beobachten, da die Töpferei hier eine lange Tradition hat.

Reinhold Kraus