Tibet 2006
Tibet ist das größte
Hochland der Erde das in einer Höhe zwischen 3500-5000 Meter Höhe
liegt mit einer Fläche von 1.221.600 km2 , das ist Dreieinhalbmahl größer
als Deutschland, mit einer Bevölkerungsanzahl von 2,0 Millionen
Einwohner, also 40 mal weniger als in Deutschland. Hier ist ein
kontinentales trockenes Hochlandklima, mit erheblichen
Temperaturschwankungen tags über. In der Monsunzeit, die von Anfang
Juni bis Mitte September dauert, regnet es vermehrt meist in der Nacht.
Vor und nach der Monsunzeit ist Bergsteigersaison, da es sehr warm wird
und es wenige Niederschläge gibt.
Tibet ist eine baumlose Steppe mit abgerundeten brauenden oder roten Hügeln,
mit tiefen und breiten Tälern in denen die Felder der Einwohner liegen.
Die Pflanzenwelt erweckt in der Monsunzeit zu Leben. Es wird Gerste,
Weizen, Mais, Kartoffeln, Erbsen und stellenweise auch Reis angebaut.
Geackert wir mit einem Handpflug der von einem Yack gezogen wird.
Es gibt aber auch ein motorisiertes Gefärd, mit dem die Bauern die
Ernte einfahren.
Wir begegneten Schafs-Ziegen-Rinder-Yaks-und Eselherden auf unserer
Reise durch diese Steinwüste und wunderten uns immer wieder was die
Viecher da fressen, da kein Gras zu sehen war.
Tibet kennen viele aus dem Buch von Heinerich Harrer „ Sieben Jahre in
Tibet" und dessen Verfilmung mit Brat Pit, in dem Harrer das Tibet vor
1949 beschreibet und insbesondere sein Verhältnis zum Dalai Lama, dem
Oberhaupt der Lamaistischen(Buddhistischen) Religion.
1948 wurde Tibet, das bis dahin eine autonome Region war, von China
eingenommen, die viele Klöster zerstörten und Religion verboten
hatten. Darauf ging der Dalai Lama nach Indien ins Exil, wo er auch
heute lebt. Tibet ist fest in Chinesischer Hand und wir es
wahrscheinlich für immer bleiben. Die letzten Aufstände gegen die
Besatzungsmacht liegen schon weit zurück 1991 wo sich Indien mit
einschaltete. China hat die Fesseln etwas gelockert, die Bevölkerung
kann ihre Religion wieder leben, hat Strassen gebaut, wenn auch nur
Schotterstrassen und die Bevölkerung ist zufrieden. Die Tibeter erzählten
mit, das sie zu Dalai Lama keinen Bezug mehr haben und froh sind zu
China zu gehören. Die Erziehung wirkt und mit fällt die DDR ein, wo es
den Kommunisten auch gelungen war die Menschen von der Religion zu
trennen. In den etwas größeren tibetischen Dörfer ist die Chinesische
Armee anwesend. Als Tourist kann man sich frei bewegen, wir wurden nie
kontrolliert.
In Lhasa, der Hauptstadt Tibets leben mittlerweile zur Hälfte Tibeter
und zur Hälfte Chinesen, die gut miteinender auskommen.
Die Kleidung der Tibeter ist bedeckt den ganzen Körper bei Mann und
Frau. Die Frauen haben entweder lange Röcke, die bis zum Fuß herunter
reichen oder Hosen an. Oft tragen sie über den Hosen noch einen Rock.
Einige Tibeterinnen tragen einen Mundschutz, der zu einem dafür dient
sich vor dem Staub und zum andern vor der Sonne zu schützen. Dieser
Mundschutz hat im Gegensatz zu den Muslimen nichts mit der Religion zu
tun. Sowohl die Frauen als auch die Männer tragen Schmuck. Die Ohrringe
sind meist aus blauen Steinen.
Die Männer tragen in Ihren Haaren einen roten Textilschmuck und die
langen schwarzen Haare sind mit einem weisen Ring zusammen gefasst. Am
Hals tragen sie einen ovalen Stein der einen oder zwei Punkte aufweist,
die als Symbol für die Augen Buddhas gelten.
Die Häuser der vielen kleinen Dörfern die in dieser Steinwüste
verteilt sind, sind viereckig, haben ein Flachdach und sind weiß getüncht.
Einige Häuser haben einen eigenen Hoff. In den Geschäften findet man
alle notwendigen Lebensmittel und Getränke. Es gibt gemütliche Teehäuser,
wo man auch Bier trinken kann, bei denen die Sitzuntersätze aus breiten
Matratzen bestehen und somit fast ein Liegen ermöglichen. Medizinische
Einrichtungen habe ich keine gesichtet. Es gibt gemütliche Teehäuser,
Die Tibeter gibt es die Liebesheirat, allerdings teilen sich Männer in
einigen Fällen eine Frau, weil es von denen weniger gibt. Schuld daran
ist eine verschobene Einstellung, das Männer mehr Wert als Frauen sind
und somit bei der Geburt mehr Männer am Leben gelassen wurden. Ihre
Toten werden zerstückelt und den Vögeln gegeben, die Seele zum Himmel
tragen.
Eine schlechte Angewohnheit uns Touristen gegenüber, ist das verhalten
der Kinder und manchmal auch Erwachsene, die immer nach Geld betteln:
„Money, Mony" ohne irgend eine Leistung zu bringen. Das kommt in
Nepal sehr selten vor.
Auch die Tibeter handeln gerne, sind aber sonst fair und ehrlich. In
unserem Basislager waren auch Tibeter die in unserer Abwesenheit unsere
Zelte hätten ausrauben können, das aber nicht taten. Ebenso vertrauten
wir ihnen manchmal Ausrüstung an, die auch immer ihr Ziel erreichte.
Das sie Geschäftstüchtig sind, erfuhren wir im Basislager auf 5600m wo
sie Flaschen und Dosenbier angeboten haben, und natürlich Schmuck. Auch
auf 6300m in Lager 1 booten sie Coca Cola Dosen an.
Alles in allem Tibet
ist auch eine Reise Wert.
Reinhold Kraus