Bilder aus dem Kaukasus, Besteigung des Elbrus 5642 m  und St.Petersburg 
Trekkingtour organisiert und geführt von Vladimir Nogaller.26.07. - 09.08.03
Die Bilder wurden mir von Vladimir und Dety zur Verfügung gestellt.


Elbrus 5642 m


Aklimatisationstouren und Besteigung vom Elbrus

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St.Petersburg - 2003

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Elbrus bestiegen
Der Elbrus liegt im Kaukasus und ist mit seinen 5642 m die höchste Erhebung Europas. Einer Gruppe der Alpingruppe Adonis der Sektion Karpaten des DAV gelang es, unter der Leitung von Vladimir Nogaller, diesen Berg am 01.08.03 zu besteigen, der den Teilnehmern Einiges an Willen, Kraft und Glauben kostete.

Vladimir, begleitet von seiner Frau Tatiana und seinem Sohn Ilia (17) lud zu dieser Hochtour ein. Der Einladung folgten 9 Personen, wobei drei davon nicht der Sektion Karpaten angehören. Vladimir hat in der Elbrus Region seine Bergausbildung gemacht, war schon fünf mal auf dem Elbrus, lebt jetzt in München und ist Mitglied unserer Sektion. Seine Erfahrung hat natürlich ein wesentliche Anteil an unserem Erfolg, da eine gute Organisation die halbe Miete ist, wenn man so eine Berg besteigen möchte. Nicht alles lief rund, da einige Teilnehmer die Bedingungen in Russland mit westlichen Maßstäben gemessen haben und die russische Disziplin sich mit dem „demokratischen“ Denken nicht immer vereinbaren ließ. Die Unzufriedenheit einiger Mitglieder wirkte sich negativ auf das Gruppenklima aus, doch der Optimismus der Andern siegte in den meisten Fällen.
Die Kaukasuskette, 800 km lang, liegt zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer in der Kabardino Balkarischen Autonomen Republik die zu Rußland gehört. Über dem Hauptkamm verläuft die Grenze zu Georgien. Die Alpinbase Elbrus im Adylsu Tal war unser Ausgangspunkt. Die Eingehtour machten wir auf dem Kaschkatasch Gletscher, wo Vladimir Eisgehen und Eisklettern vortrug. Am nächsten Tag führte uns der Weg über blühende Wiesen mit unzähligen Blumenarten auf ein 2800 m hohes Plateau, „Grünes Biwak“ genannt. Hier schlugen wir die Zelte in aller Eile auf, weil der Regen einsetzte, der die ganze Nacht anhielt. Unser nächstes Gipfelziel hieß Gumatschi, ein 3800 hoher Berg. Über einen Mörenenrücken gelangte man auf den Gletscher, danach folgte eine Kletterei über einen Grat der zum Gipfel führt. Der Abstieg folgte über einen schmalen Schneegrat, wo wir zwei Seillängen (100 m) gesichert haben. Auch in der zweiten Nacht regnete es ununterbrochen, was dazu führte, dass einige Zeltböden wasserdurchlässig wurden. Somit beschlossen wir wieder zur Alpinbase zurückzukehren.
Von dem Hauptkamm, auf dem wir uns befanden, konnte man den Elbrus gut sehen, da er mit einem Ausläufer verbunden, 10 km nördlich davon liegt. Ein wahrer Riese, weil keine anderen Gipfel diese Höhe erreichen, der trotz seinen geschmeidigen Form das Landschaftsbild dominiert. Es ist ein vulkanisches Massiv in der Form einer Halbkugel, die eine Grundfläche von 18 km hat, oberhalb von ca. 3000 Hm mit einem Eispanzer (145 qkm) bedeckt ist und nicht weniger als 70 Gletscher talwärts fließen. Der Berg hat zwei Köpfe, den Westgipfel 5642 m und den Ostgipfel 5621m, 1,5 km Luftlinie voneinander entfernt.
Da die Wetterbeobachtungen Vladimirs Gutes voraussagten, beschloss er den Gipfel in Angriff zu nehmen. Somit fuhren wir zur Asau-Wiese, um von dort mit 2 Seilbahnen und einem Sessellift zur Garabatsch-Wiese, 3700 m, zu gelangen. Hier gibt es mehrere Übernachtungsmöglichkeiten in Fässer ähnlichen Gebäuden. Wir setzten unseren Weg fort, der nun nur noch über Gletscher führte, zur „Prijut 11“ Hütte. Die alte Hütte gibt es nicht mehr, da diese 1998 abbrannte. Jetzt stehen dort zwei „Privatschuppen“ mit jeweils 35 Übernachtungsmöglichkeiten. Vladimir hatte vorreserviert, weil man ansonsten keine Chance hat, einen Platz zu bekommen. Deshalb zelten sehr viele Bergsteiger aus aller Welt auf dieser Höhe. Ca. 30 Zelte befanden sich zu diesem Zeitpunkt dort, die in dem Schnee wie bunte Stecknadeln auf einem weißen Kissen aussahen. Um der Höhenkrankheit vorzubeugen, da ab 5000m der Luftdruck auf die Hälfte des Normaldrucks sinkt, empfiehlt sich eine weitere Eingehtour. Das taten wir auch und stiegen am kommenden Tag auf 5000 m an und kehrten zurück zur „Prijut 11“ Unterkunft. Die Versuchung in Richtung Gipfel zu gehen war da, weil er optisch zum Greifen nah schien. Eine gewaltige Täuschung, wie wir nächsten Tag feststellen konnten. Am nächsten Morgen 1 Uhr Früh klingelte die Uhr. Eine Stunde später, nachdem wir Tee tranken und eine Kleinigkeit aßen, machten wir uns auf den Weg zum Elbrus. Der Himmel hing voller Sterne, der steile Hang voller Lichter der Stirnlampen, die sich wie Perlenketten aneinander reihten. Vladimir führte uns in Schlangenlinie in einem angemessenen Tempo den Hang hinauf, der keine bergsteigertechnische Schwierigkeiten aufweist. Im Jahr 1829 betrat der erste Mensch den höchsten Punkt des Kaukasus, 1890 erstellte der russische Militärtopograph die erste physikalische Karte. Adelheid kehrte nach einer Stunde Marsch zurück, nicht wegen der fehlenden Kondition, sondern weil es ihre innere Stimme befohlen hatte. Bei 5200 m musste auch Tatiana zurückkehren, da sie anfällig auf die Höhenkrankheit reagiert. Im Sattel, auf 5400 m sollte auch  Ilia kehrt machen, weil seine Kräfte nachgelassen hatten. Detlef und Dirk setzten sich ab und erreichten nach 7½ Stunden den Gipfel. Der Rest der Gruppe, Vladimir, Rudi, Karin, Egin und meine Wenigkeit standen eine Stunde später auf dem Westgipfel des Elbrus, 5642 m, dem höchsten Berg Europas. Nur wenige Quellwolken hingen am Himmel. Somit war der Blick frei auf die Kaukasuskette, die mit ihren zwei höchsten Gipfel die Uschba, 4696 m und die Schchelda, 4368 m prangte. Das Gipfelfoto mit der Vereinsfahne als Zeichen der Verbundenheit mit unseren Gruppen- und Sektionsfreunden, war ein ergreifender Moment. Noch einmal ist die „Eroberung des Sinnlosen“ zur Befriedigung des Geistes geworden. Unvergessen bleiben wird der Sonnenaufgang, das Spiel des Nebels mit den Sonnenstrahlen und Gipfelkuppen, der gewonnen Kampf mit sich selbst und die Erkenntnisse menschlichen Verhaltens.
Zurück im Elbrusbasislager beschlossen wir, noch einen Berg zu besteigen, den Elefanten, 4271m, so genannt, wegen seiner Form, die auf einen Elefantenkopf hindeutet. Wir zelteten beim „roten Biwak“ doch es regnete und schneite erneut die ganze Nacht. Der Weg Richtung Gipfel führte durch einen sehr großen zerklüften, wilden Gletscherbuch mit scheinbar endlos tiefen Spalten. Da eine Nassschneelawine uns warnte weiter zu gehen, brachen wir die Tour ab.

Der Rückflug ging über St. Petersburg, wo wir zwei Tage bleiben sollten. Die 5 Millionen Metropole, die unlängst ihren 300 Geburtstag feierte, beeindruckte mit ihren unzähligen Sehnwürdigkeiten, den Menschenmassen auf den breit angelegten Boulevards, mit den Flussarmen der Newa, über die schöne Brücken die Stadtteile verbinden. Die Peter und Paul Festung, die Eremitage, die Isak und die Auferstehungskirche, das Denkmal des „Ehernen Reiters“, Peters des Großen, der Palast Zarskoje Zjelo, mit dem berühmten Bernsteinzimmer, sind einige Prachtgebäude, die in der Zarenzeit erbaut wurden und uns alle sehr begeisterten.
Die Teilnehmer waren: Gäste: Hans Ritschmann, Iosef Heinl, Rudolf Dürr. Sektionsmitglieder: Vladimir, Tatiana und Ilia Nogaller, Karin und Egin Scheiner, Adelheid Breckner, Dirk Nägler, Detlef Schlosser und Kraus Reinhold.
Ein Riesenkompliment an die Ältesten der Gruppe Rudi 68 Jahre und Egin 63 Jahre.

Reinhold Kraus

 

 

 

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    Stand: 09. September 2008