Tour auf den Habicht in den Stubaier Alpen - 2004

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Teilnehmer der Tour waren: Edith Schnabel, Horst Schwarz, Michael Kraus, Grete & Horst Kraus

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 Tourenbericht Habicht –3277m- Stubaier Alpen

Der Wetterbericht verhieß nichts Gutes für die Tage vom 01.07 – 04.07.2004.
Sturmböen und gewittrige Schauer wurden zumindest für die ersten zwei Tage vom Wetterdienst vorhergesagt. Trotzdem machten sich 5 Mitglieder der Alpingruppe Adonis auf den Weg, den 3277m hohen Habicht in den Stubaier Alpen zu besteigen. Organisiert wurde die Tour von Bernd Kelp (Koly). Leider konnte er kurzfristig nicht mehr an der Tour teilnehmen und übertrug die Tourenleitung an Michael Kraus, der seine Aufgabe bestens gemeistert hat. An der Talstation des Elfer-Liftes in Neustift im Stubaital sollte um 10 Uhr der Treffpunkt sein. Ditta Schnabel und Horst Schwarz die gemeinsam aus der Heilbronner Gegend angereist sind, waren auch ziemlich pünktlich und machten sich gegen 11 Uhr auf den Weg zur Innsbrucker Hütte. Michael, Grete und Horst die zweite Gruppe, waren wegen dem Stau nur gegen 13 Uhr startbereit. Zunächst ging es die ersten 700 Höhenmeter mit dem Lift auf den 1700m hohen Elfer-Sattel. Anschließend folgte ein leichter Abstieg zur Pinisalm (1500m). Nach einer kleinen Stärkung für den folgenden Aufstieg, zu der auf 2369m hohen gelegenen Innsbrucker Hütte, ging es weiter zur Karalm(1600m). Hier war es dann so weit, der Wetterbericht hatte recht behalten. Der Himmel hatte sich in der letzten halben Stunde verdunkelt und ein starker Regen ergoß sich über das Tal. Schnell wurde unter einem Vordach der Karalm der Regenschutz übergezogen. Nach einer halben Stunde ließ der Regen etwas nach und wir setzten den Aufstieg fort. Nach ca. 2 Stunden erreichten wir ziemlich durchnäßt aber gutgelaunt die Innsbrucker Hütte. Hier trafen wir unsere Freunde Ditta Schnabel und Horst Schwarz, sie hatten es noch vor dem Regen bis zur Hütte geschafft.
Am nächsten Morgen konnten wir ausschlafen, da dicker Nebel die Sicht verhüllte. Trotzdem ging es nach dem Frühstück in Richtung Habicht. Nein, wir wollten bei dem Wetter nicht zum Gipfel. Blos der Weg sollte erkundet werden denn für den nächsten Tag hatte der Wetterbericht Besserung verkündet. Trotzdem der Weg zum Habicht sehr gut markiert ist, hatten wir Schwierigkeiten diesen immer zu finden. Teilweise waren die Markierungen eingeschneit und durch den Nebel konnten die nächstfolgenden Markierungen nicht erkannt werden. Da wir die einzige Gruppe unterwegs waren, bedeutete das für uns immer in Rufweite zu bleiben, nach links und rechts zu laufen um den richtigen Weg zu suchen. Nachdem wir ungefähr die Hälfte des Weges hinter uns hatten, beschlossen wir wieder zur Hütte zurückzukehren. Es war mittlerweile schon 13 Uhr und bei dem Wetter war es ratsam, sich rechtzeitig auf den Rückweg zu machen. Beim Abstieg übten wir für den nächsten Tag den Umgang mit dem Gurt und Seil. Steiles Blockgelände und steile Firnfelder wurden mit dem Seil abgesichert. Es war wieder mal gut die Sicherungstheorie aufzufrischen und in die Praxis umzusetzen. Der Weg zur Hütte war jetzt einfach zu finden da wir nur unseren Spuren zurück folgen mussten.
Am Abend erlebten wir eine große Überraschung. Wie aus dem Nichts bildeten sich größere Wolkenlücken. Zum erstenmal konnten wir die Berge gegenüber des Gschnitztales sehen. Sehr schöne Gipfel waren es die da herausragten und wir freuten uns auf den morgigen Tag.
In der Früh war es dann soweit, nach dem Frühstück hieß es aufbrechen. Es war zwar auch heute etwas nebelig aber laut Wetterbericht, sollte das Wetter besser werden. Den Weg kannten wir schon und so ging es ziemlich flott bis zum gestrigen Umkehrpunkt. Bald darauf zeigte sich, daß wir die schwierigeren Stellen noch vor uns hatten. Ein steiles Firnfeld musste überwunden werden. Schnell seilten wir uns an, und Michael fing mit der Spurarbeit an. Offensichtlich machte es ihm Spaß, denn wir kamen zügig voran. Schließlich auf dem oberen Rand des Feldes konnten wir zum erstenmal das Gipfelkreuz sehen. Das Wetter hatte sich zu unserer Freude sehr gebessert. Majestätisch stand er da, 3277m - der Habicht, zurückgesetzt hinter einem Vorgipfel der die Sicht von der Hütte auf ihn verdeckt.
 Nur von hier aus konnte man ihn sehen. Allein deswegen hat sich die Mühe schon gelohnt hierher zu kommen. Aber bis zum Gipfel hatten wir noch ein gutes Stück vor uns. Zuerst wurde ein Becken mit einem kleinen Restgletscher gequert. Anschließend ging es über einen leichten Rücken zur steilen Gipfelflanke. Diese musste unterhalb einer großen Wechte ganz gequert werden, diese stellte den schwierigsten Teil der Tour dar. Die letzten Meter zum Gipfel wurden über drahtseilversichertes Blockgelände überwunden. Überglücklich erreichten wir alle gegen 12:30 Uhr den Habicht. Das Gipfelkreuz mit dem Gipfelbuch war noch über die Hälfte eingeschneit, so konnten wir uns nicht in das Gipfelbuch eintragen. Trotzdem waren wir sehr froh die Aussicht von hier oben genießen zu dürfen. Es ist ein sonderbares Gefühl wenn man einige Gipfel sieht wo man schon mal oben war. Eine gute Sicht hatten wir in das Gebiet der Franz-Senn Hütte, dort waren wir vor zwei Jahren auf Ski-Tour. Auch wenn die Aussicht noch so toll war, den Abstieg hatten wir noch vor uns und so machten wir uns nach einer ausgiebigen Gipfelrast auf den Weg. Der Abstiegsweg führte mehr oder weniger entlang der Aufstiegsroute. Trotzdem mußten einige Passagen die wir im Aufstieg Seilfrei gegangen sind abgesichert und mit Seil begangen werden. Das Wetter war gut und wir hatten  ausreichend Zeit, so mussten wir uns nicht beeilen und genossen den Abstieg in vollen Zügen.
Glücklich und zufrieden mit dem heutigen Tag erreichten wir gegen 17 Uhr die Innsbrucker-Hütte. Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen. Bei gutem Wetter ging es wieder zurück über Karalm und Pinisalm nach Neustift, diesmal aber nicht mit dem Lift sondern zu Fuß durch das langgezogene Tal bis zum Parkplatz.
Was ist eine Bergtour ohne gescheiten Abschluss? Diesen fanden wir in der nächsten Pizzeria bei einer übergroßen Pizza und einem kalten Bier. Müde und geschafft trat schließlich jeder die Heimreise an.
Ich finde es war eine sehr gelungene Bergtour. Der Habicht ist ein sehr lohnendes Bergziel mit einem Hüttenstützpunkt der keine Wünsche offen lässt, mit sehr freundlichen und zuvorkommenden Hüttenwirten.

Vielen Dank an die Organisatoren der Tour: Bernd Kelp, Michael Kraus

Horst Kraus

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Grete & Horst Kraus     Stand: 05. November 2004