Matterhorn - August 2004
27.08-30.08.2004
Teilnehmer: Tatiana & Vladimir und Reini

 

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Matterhorn - 4437m und Dufourspitze - 4634m bestiegen

 Tatiana und Vladimir Nogaller, Reinhold Kraus, alle Mitglieder unserer Sektion bestiegen in vier Tagen 27.08-30.08.2004,  den wohl bekanntesten Berg der Welt, das Matterhorn 4437m und den zweithöchsten Gipfel der Alpen, die Dufourspitze 4634m in der Monte Rosa Gruppe.

Wer kennt ihn nicht, den meist fotografierte Berg der Welt, hochgerühmt wegen seiner Syluette und den  vielen Bergsteigergeschichten die sich an und um ihn abgespielt haben. Das Geheimnis seiner Schönheit liegt in der Tatsache, dass er isoliert in dem Hauptkamm der Alpen steht und vielleicht auch wegen seiner Einfachheit im Aufbau, der einer Pyramide gleicht. Seine Erstbesteigung am 14 Juni 1865 endete leider tragisch, da vier von den sieben Bergsteiger ihr Leben verloren. Mittlerweile sind alle seine vier Grate und alle Wände durchstiegen worden, allerdings starben dabei über 500 Menschen.

Der Ausgangspunkt unserer Besteigung war die Hörnlihütte, wo wir unser  Zelt aufschlugen. Am einfachsten erreicht man diese von Zermatt  mit der Gondel, die bis zum Schwarzsee fährt, gefolgt von einer dreistündigen Wanderung im einfachem Gelände. Um vier Uhr starteten wir im Schein der Taschenlampen und den vielen Sternen unsere  Kletterei auf dem Nordost-, auch Hörnligrat genannt. Das ausgezeichnete Wetter lockte an diesem Tag viele Bergsteiger aus aller Welt auf diesen Symbolberg. Im ersten Teil des Aufstiegs gibt es teilweise mehrere Routen die hoch führen, die aber alle bei der Solvay - Biwak-Hütte 4003m (4 Schlafmöglichkeiten)  münden.

 In drei ein halb Stunden, bewältigten wir diese Strecke ungesichert, die überwiegend im zweier Schwierigkeitsgrat (grobgriffiger Fels) ist.  Mit steigender Höhe wurde das Klettern immer mühsamer und einige Kletterstellen verlangten  viel Kraft ab. Teilweise führt der Weg über den Grat, wo links und rechts gähnende Tiefen die Begleiter sind. Im letzten Drittel sind in senkrechten Wand Seile angebracht, an denen man sich raufziehen kann. Da die Felsen zum Teil mit Schnee und Eis bedeckt waren, schnallten wir die Steigeisen an. Nach insgesamt sieben Stunden umarmten  wir am Kreuz des Matterhorns 4437 m. Ein Jubelschrei löste die Spannung. Ich fühlte mich wie auf einer Insel, die  von 29 Viertausender umgeben ist. 
Ein faszinierender Anblick. Freude und Bewunderung vermischte sich mit den Gedanken an den Abstieg, der noch schwieriger als der Aufstieg ist und auch sieben Stunden dauerte Trotz der Anstrengungen und geballter Konzentration, tasteten die Augen immer wieder die weiß befleckten Berge der Monte Rosa Gruppe ab: Breithorn, Polux, Castor, Lisskam, Dufour. 

Am nächsten Tag wechselten wir das Lager und setzen es oberhalb der Monte Rosa Hütte an, wo wir in guter Gesellschaft mit rumänischen Bergsteiger waren, die wir zufällig hier trafen. Unter ihnen Lacatusu aus Piatra Neamt, einer der größten Bergsteiger Rumäniens. 

Nach drei Stunden Schlaf hieß es wieder in die Bergschuhe schlüpfen, Rucksack auf den Rücken, dem nächsten Abenteuer entgegen.

 Das Ziel war diesmal die Dufour Spitze. Am Anfang steigt man über eine Steinhalde empor, erreicht danach den Monte Rosa Gletscher, durchquert einen Gletscherbruch und steigt in der Mitte dieses Eismeeres weiter. Ich hatte das Empfinden  er würde nie Enden, ein Grund mir Gedanken  über das ausgewählte Hobby zu machen. Aus der Sattel 4359 m folgt auf dem  Westgrat ein Aufstieg in einer 40° steilen Flanke und zwei Stunden Kletterei, über eine mit Zacken und Blöcke gegliederter Grat in luftiger Höhe, die nun richtig Spaß machte. Seil und Steigeisen sind ein Muss.  Jetzt glaubte ich den Autoren die behaupten, die Dufourspitze 4634 m  sei schwerer zu besteigen  als der Mont Blanc. Nach insgesamt 12 Stunden freuten wir uns an unserem Zelt über das erreichte. Bei beiden Gipfel bewegten wir uns im „Grenzbereich“, weil die Grenze zwischen der Schweiz und Italien über deren Kamm verläuft. 

Fazit: Beide Berge sind nichts für schwache Nerven und sollten nur von erfahrenen Alpinisten ins Visier genommen werden. Wer die Berglandschaften der Walliser Alpen erleben möchte,  kann dieses auf den vielen Wanderwegen tun, die diese  Berggruppen durchziehen. Es lohnt sich.

Kraus Reinhold

aktualisiert: 28.11.2004 Grete & Horst