Das Totenkirchl 2190m
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BERGTOUR AM WILDEN KAISER 25.-27.06.2004(EIN PAAR ZEILEN ZU DER TOUR VON SIGRID MITTERER) Am letzten
Juniwochenende hatte Sigi zur Bergtour in den Wilden Kaiser
eingeladen. Tatiana, Vladimir und Reini wollten eine leichte Route zum Totenkirchl klettern, die sogenannte Merzbacher Route. Gottfried Merzbacher war der erste Alpinist der im Jahr 1881 auf das Totenkirchl kletterte, welches bis dahin als unbesteigbar galt. Berühmt wurde er auch durch seine Forschungsreisen in Ceylon und Kaukasus, die er in mehreren Büchern festhielt. Zur Zeit gibt es Feiern zu seinen Ehren, an der sich die Sektion Karpaten beteiligt. Reinhold erzählte über ihren Aufstieg: "Im zweiten Teil der Route wurde es immer schwerer. Die Ungewißheit wie es weiter geht zerrte an unseren Nerven. Vladimir kletterte zum Teil bis zu 15 Hm ungesichert an den blanken Wänden, Felsnadeln und Kaminen empor, weil es nicht anders ging. Der Mann hat Nerven aus Stahl. Zuschauen war anstrengender als selbst zu klettern. Hoffentlich geht alles gut. Nach 10 Stunden erreichten wir das Kreuz auf dem Gipfel des Totenkirchl, 2190m. Erleichterung und Freude ersetzten die Anspannung und Angst" Der Rest wollte über
das Hans-Berger-Haus auf 936m zur Vorderkaiserfeldenhütte auf 1388m
am Zahmen Kaiser wandern. Nach der Essenspause
sollte nun der Rückweg zum Stripsenjochhaus angetreten werden. Sigi,
Dita und die Freunde von Vladimir wollten den Höhenweg nehmen der,
im Auf und Ab zurück zur Hütte führte. Die Anderen wollten nun über
Naunspitze und Petersköpfl zum höchsten Punkt des Zahmen Kaisers,
der Pyramidenspitze, 1997m hoch. Der Weg führte über den zuerst
breiten Kamm des Berges entlang. Latschenwald säumte den Steig der
zügig an Höhe gewann. Schnell wurden so die ersten zwei Gipfel des
Tages erreicht, von wo man weit blicken konnte. Im Süden zeigte
sich der Alpenhauptkamm noch verschneit und im Norden konnte man die
nicht so hohen Chiemgauer Berge erkennen. Der Weg zog sich nun in
die Länge und wurde schmaler. Wir konnten die Pyramidenspitze von
weitem sehen. Es begann ein Auf und Ab und so kamen wir unserem Ziel
nur sehr langsam entgegen. Ich fühlte mich erinnert an den Kamm des
Königstein in den Karpaten. Am späten Nachmittag erreichten wir glücklich
und zufrieden den Hauptgipfel, die Pyramidenspitze. Emma, Grete,
Traudi, Günter, Horst und ich waren diejenigen die mitgebrachte Äpfel,
Schokolade und Wasser untereinander teilten. Jetzt wurde uns auch
bewusst dass der Rückweg zum Stripsenjochhaus uns noch bevor
steht. Zu unserer Überraschung
waren unsere drei Kletterer auch noch nicht zurück! Sie hatten also
auch eine Eingehtour aus dem Tag gemacht. Eine halbe Stunde später
kamen auch Tatiana, Vladimir und Reini auch zurück. Bis in die
Nacht hinein erzählten wir von unserem Tag am Berg. Gestenreich
wurde das Erlebte erzählt und die Zuhörerschaft nickte verständnisvoll
mit breitem Grinsen wenn die Schwierigkeiten der Tour beschrieben
wurden. Dazu leuchteten an den Wänden des Wilden Kaiser die bei
anbrechender Dunkelheit entzündeten Sonnwendfeuer. Der Sonntagmorgen kam
viel zu früh. Wir waren noch recht müde vom langen Vortag. Jedoch
wollten wir heute den Eggersteig zum Ellmauer Tor gehen und so blieb
keiner lange im Bett liegen. Ans Wandern jetzt gewöhnt, viel uns
jetzt das Hochsteigen leicht. Vom Erfolg des Vortages ganz locker,
stiegen wir die Rinne zwischen Fleischbank und Predigtstuhl hinauf.
Auf dem oberen Schneefeld umgingen wir eine frühe Steinlawine und
konnten dann im Ellmauer Tor das Panorama der Berge genießen. Das
Ellmauer Tor ist genau so hoch wie die Pyramidenspitze, heute
wollten wir aber höher hinaus. Von hier führt ein Weg auf die nahe
gelegene Hintere Goinger Halt auf 2192m Höhe. Links uns rechts des
Wilden Kaisers zogen Gewitter vorbei so dass das Surren des
Gipfelkreuzes von Weitem zu hören war. Da wir nicht als
Blitzableiter dienen wollten, stiegen wir noch vor dem Gipfel wieder
ab. Unsere Entscheidung wurde belohnt, der Regen zog vorbei und wir
konnten uns beim Abstieg bei schönstem Sonnenschein Zeit lassen. Also sehen wir uns schon bald in der Pala wieder. Bis
dahin! Berg Heil! |