Lechtaler Alpen - 2005
Puma
 

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Was lange währt, wird endlich gut...

Das lange Wochenende zum 3. Oktober, dem Tag der deutschen Einheit sollte nicht mit Couchhocken und Nichtstun vergeudet werden. Daher hatten wir schon länger geplant ein schönes Wochenende in den Bergen zu verbringen und dabei den Imster Klettersteig und ein paar weitere Berge zu besteigen.
So trafen wir uns dann auch am frühen Morgen des 1. Oktober am Parkplatz am Hahntennjoch mit Sack und Pack. Dabei waren Carmen, Iris, Christiane, Reini, Ulf und ich, später nachkommen wollten Bernie und Ulli. Der Wetterbericht verhieß für das Wochenende nichts gutes, wir jedoch als alte Hasen ließen uns von solchen Nichtigkeiten nicht von unserem Vorhaben abbringen.
Am Parkplatz schon äußerten einige Teilnehmer ein flaues, ungutes Gefühl in der Magengegend, was den Klettersteig und das Zelten bei den Bedingungen anging. Also kurz um entschlossen, gehen wir halt auf die Anhalter Hütte in den Winterraum. Das Wetter indes, hielt was es versprochen hatte, war sehr neblig und unangenehm nasskalt. Frohen Mutes zogen wir los in Erwartung eines gemütlichen Hüttenwochenendes. Unterwegs mussten wir immer mehr feststellen, dass wohl noch einige weitere Leute die glorreiche Idee hatten ihr Wochenende auf der Anhalter Hütte zu verbringen, so dass die Vorstellung eines „gemütlichen“ Aufenthaltes bei dem Andrang in Weite Ferne rückte. So bestiegen wir dann nur den Maldongrat 2544m bei denkbar schlechten Bedingungen, die wir in den kurzen, ausgesetzten Kletterpassagen unterhalb des Gipfels in Form von Schnee und Nässe zu spüren bekamen.
Der Gipfel war geschafft – im Abstieg begegneten wir dann auch unseren Nachzüglern Bernie und Ulli, die, erst angekommen auf jeden Fall Zelten wollten. Wir gingen zurück zu den Autos und ließen den Nachmittag mit leckerem frischem Wild in einer örtlichen Gaststätte ausklingen. Das war ein kurzes langes Wochenende, wartete dann doch zu Hause die Couch und der Fernseher ;-)
So schnell jedoch ließ uns die Idee, den Imster Klettersteig auf den Maldonkopf 2632m, der mit D/E als schwierigster, für mich subjektiv auch als schönster Sportklettersteig der nördlichen Kalkalpen gilt, dieses Jahr noch zu besteigen, nicht los. Da bot sich das Wochenende um den 16. Oktober mit seinen angenehmen Temperaturen und Sonnenschein pur förmlich an, es noch einmal anzugehen.
Ich hatte die Tour minutiös geplant, es durfte nichts schief gehen, war doch schon letztes Mal alles ein klein wenig ins Wasser gefallen. Samstag, 5:30 morgens, der Wecker klingelt, Puma schläft weiter und wundert sich irgendwann warum es denn schon so hell ist – ein kurzer Blick auf die Uhr: 7:30 – muhhhh das war schon extrem spät für eine lange Bergtour, zumal wir noch die 270km nach Marktoberdorf fahren mussten, wo um 9:00 Uhr Treffpunkt mit Tatjana, Vladimir, Anton und Reini angesagt war. Zähneputzen geht auch morgen noch – ab ins Auto und los – in Rekordzeit fuhren wir ins Allgäu und sorgten auch auf der Autobahn bei diversen Manövern für Aufregung.
So kamen wir dann erst um 11:30 auf dem Parkplatz am Hahntennjoch an, die Bedingungen jedoch waren optimal. In rekordverdächtigen 1,5 Stunden waren wir schon am Einstieg zum Klettersteig. Von da an ging es luftig und ausgesetzt 430 anstrengende Höhenmeter gesichert am Stahlseil hoch. Grandiose Blicke boten sich uns auf Zugspitzmassiv, Lechtaler und Ötztaler Alpen bis hin zur Wildspitze. Anton in seinem Element, nahm auch noch die Hintere Platteinspitze 2723m mit. Beim Abstieg zum Auto bewunderten wir einen wunderschönen, herbstlichen Sonnenuntergang und das letzte Abendlicht, bei inzwischen aufgegangenem Vollmond, reichte gerade noch um das Auto zu erreichen.
Danke allen Beteiligten für die super Touren und für die nette Gesellschaft.

Puma.

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