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Was lange währt,
wird endlich gut...
Das lange Wochenende zum 3.
Oktober, dem Tag der deutschen Einheit sollte nicht mit Couchhocken und
Nichtstun vergeudet werden. Daher hatten wir schon länger geplant ein
schönes Wochenende in den Bergen zu verbringen und dabei den Imster
Klettersteig und ein paar weitere Berge zu besteigen.
So trafen wir uns dann auch am frühen Morgen
des 1. Oktober am Parkplatz am Hahntennjoch mit Sack und Pack. Dabei
waren Carmen, Iris, Christiane, Reini, Ulf und ich, später nachkommen
wollten Bernie und Ulli. Der Wetterbericht verhieß für das Wochenende
nichts gutes, wir jedoch als alte Hasen ließen uns von solchen
Nichtigkeiten nicht von unserem Vorhaben abbringen.
Am Parkplatz schon äußerten einige
Teilnehmer ein flaues, ungutes Gefühl in der Magengegend, was den
Klettersteig und das Zelten bei den Bedingungen anging. Also kurz um
entschlossen, gehen wir halt auf die Anhalter Hütte in den Winterraum.
Das Wetter indes, hielt was es versprochen hatte, war sehr neblig und
unangenehm nasskalt. Frohen Mutes zogen wir los in Erwartung eines gemütlichen
Hüttenwochenendes. Unterwegs mussten wir immer mehr feststellen, dass
wohl noch einige weitere Leute die glorreiche Idee hatten ihr Wochenende
auf der Anhalter Hütte zu verbringen, so dass die Vorstellung eines
„gemütlichen“ Aufenthaltes bei dem Andrang in Weite Ferne rückte.
So bestiegen wir dann nur den Maldongrat 2544m bei denkbar schlechten
Bedingungen, die wir in den kurzen, ausgesetzten Kletterpassagen
unterhalb des Gipfels in Form von Schnee und Nässe zu spüren bekamen.
Der Gipfel war geschafft – im Abstieg
begegneten wir dann auch unseren Nachzüglern Bernie und Ulli, die, erst
angekommen auf jeden Fall Zelten wollten. Wir gingen zurück zu den
Autos und ließen den Nachmittag mit leckerem frischem Wild in einer örtlichen
Gaststätte ausklingen. Das war ein kurzes langes Wochenende, wartete
dann doch zu Hause die Couch und der Fernseher ;-)
So schnell jedoch ließ uns die Idee, den
Imster Klettersteig auf den Maldonkopf 2632m, der mit D/E als
schwierigster, für mich subjektiv auch als schönster Sportklettersteig
der nördlichen Kalkalpen gilt, dieses Jahr noch zu besteigen, nicht
los. Da bot sich das Wochenende um den 16. Oktober mit seinen angenehmen
Temperaturen und Sonnenschein pur förmlich an, es noch einmal
anzugehen.
Ich hatte die Tour minutiös geplant, es
durfte nichts schief gehen, war doch schon letztes Mal alles ein klein
wenig ins Wasser gefallen. Samstag, 5:30 morgens, der Wecker klingelt,
Puma schläft weiter und wundert sich irgendwann warum es denn schon so
hell ist – ein kurzer Blick auf die Uhr: 7:30 – muhhhh das war schon
extrem spät für eine lange Bergtour, zumal wir noch die 270km nach
Marktoberdorf fahren mussten, wo um 9:00 Uhr Treffpunkt mit Tatjana,
Vladimir, Anton und Reini angesagt war. Zähneputzen geht auch morgen
noch – ab ins Auto und los – in Rekordzeit fuhren wir ins Allgäu
und sorgten auch auf der Autobahn bei diversen Manövern für Aufregung.
So kamen wir dann erst um 11:30 auf dem
Parkplatz am Hahntennjoch an, die Bedingungen jedoch waren optimal. In
rekordverdächtigen 1,5 Stunden waren wir schon am Einstieg zum
Klettersteig. Von da an ging es luftig und ausgesetzt 430 anstrengende Höhenmeter
gesichert am Stahlseil hoch. Grandiose Blicke boten sich uns auf
Zugspitzmassiv, Lechtaler und Ötztaler Alpen bis hin zur Wildspitze.
Anton in seinem Element, nahm auch noch die Hintere Platteinspitze 2723m
mit. Beim Abstieg zum Auto bewunderten wir einen wunderschönen,
herbstlichen Sonnenuntergang und das letzte Abendlicht, bei inzwischen
aufgegangenem Vollmond, reichte gerade noch um das Auto zu erreichen.
Danke allen Beteiligten für die super Touren
und für die nette Gesellschaft.
Puma. |