Aus dem Vereinsleben

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Ortler September 2016

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Grundkurs am Gletscher (Braunschweiger Hütte) – Sep. 2016

Wenn wir darüber nachdenken, was uns Menschen eine tiefe Beziehungsaufnahme zur Natur ermöglicht, so werden nicht wenige sagen, das Bergsteigen gehört auf jeden Fall dazu. Wer einmal den „Flow“ erlebt hat, wird die Sehnsucht danach immer in sich tragen. Obwohl wir wissen dass da oben meistens nur ein Kreuz steht, treibt es uns an, immer wieder und wieder auf den Gipfel zu steigen.

Am 9-ten September folgten wir erneut der Sehnsucht und machten uns auf den Weg ins Ötztal. Unter der Leitung von Hans Werner (Karpatenwolf) war das Wochenende mit Ausbildungsinhalten zur Gletscherbegehung, Knotenkunde und Seilschaften gut durchgeplant. Schließlich wollten wir am Sonntag auf den 3278 m hohen Fernerkogel.

Über die Ötztaler Gletscherstraße erreichten wir am Freitagnachmittag den Parkplatz am Rettenbachferner, wo sich unsere Gruppe aus altbekannten und neuen Gesichtern herzlich begrüßte. Bei angenehm frischem Wind wurden die Rucksäcke gepackt und das Material bereitgestellt. Über eine steile Passage ging es nun bergauf. Der Weg führte uns zur Braunschweiger Hütte, die wir gut gelaunt nach etwa 2 Stunden erreichten.

Am Samstagmorgen hatten wir den ersten Kontakt mit dem Gletscher, der aus der Ferne wie ein schmutziger weißer Lappen zwischen den Berghügeln hängt. Fast harmlos erscheinen die Muster aus hellen und dunklen Streifen die sich längs und quer über die Oberfläche ziehn. Und je mehr wir uns dem “Lappen” näherten desto größer wurde er, oder wurden wir kleiner? Es wird merklich kälter, das Licht ändert sich, der “Lappen” zieht sich verdammt steil hinauf und offenbart nach ein paar Metern die erste Gefahr. Hier hat man keine Lust hinzufallen, es würde schnell, unangenehm und schmerzhaft.

Mit Steigeisen und Pickel übten wir verschiedene Techniken die uns mit diesem geschundenen “Lappen” vertraut machten. Bergauf und bergab rammten wir die Spitzen in die Oberfläche, bohrten Löcher, setzten Karabiner und seilten uns ab. Es ging quer und längs, hoch und runter, hin und her. Sogar “Sanduhren” wurden gebaut, obwohl es weit und breit keinen Sand zu sehen gab. Die Zeit verging, die Sonne schien und wir hatten Spass. Ein Konglomerat aus Deutsch, Englisch, Rumänisch und Siebenbürgersächsisch erheiterte die Runde. Die gute Laune der Teilnehmer setzte sich am Abend fort, in gemütlicher Runde wurde gegessen, getrunken, erzählt und gelacht. Das ansteckende Lachen unserer angehenden Bergführerin Cosmina hielt uns bei Laune.

Nach einer kurzen Nacht standen wir am Sonntagmorgen auf der Terrasse der Braunschweiger Hütte und waren bereit für die Tagestour. Der Morgennebel lichtete sich und bald zeigten sich die Bergspitzen im Sonnenlicht. Unser erstes Ziel führte uns an den Fuss des Gletschers, wo wir die Steigeisen anlegen und nicht benötigtes Material zurücklassen konnten. In zwei Seilschaften und mit leichtem Gepäck ging es nun über das Eis steil bergauf. Bald gingen wir an Gletscherspalten vorbei, oder mußten sie mit einen großen Schritt überqueren. Mit Ehrfurcht und Respekt schauten wir in die schier endlose Tiefe, gut dass wir durch die Seilschaft gesichert waren. Nach etwa 2,5 Stunden erreichten wir alle den Gipfel und strahlten mit der Sonne um die Wette.

Ziemlich temporeich ging es danach wieder zurück, wobei ein ums andere Mal ein Fuss ins leere trat und die Gefahr auf dem Gletscher offenbarte. Hier zeigt sich wie wichtig die Seilschaft ist und welche Verantwortung jeder für jeden trägt. Die letzte Passage vor unserem Materialdepot meisterten wir alle souverän und konnten bald die Steigeisen abschnallen. Nach einer kurzen Pause nahmen wir den restlichen Weg in Angriff und meisterten den steilen Gegenanstieg und die letzten Hürden vor dem Parkplatz. Ein kleiner Ausrutscher auf den letzten Metern mit anschließender Rettungsaktion durch Hans Werner, bescherte dem jüngsten Teilnehmer noch ein paar harmlose Schürfwunden.

Wieder im Tal, erzählten wir bei Pizza und Pasta unsere Eindrücke und schauten hoch zum Berg, wo sich inzwischen Wolken gebildet hatten. Noch vor ein paar Stunden waren wir da oben? Unglaublich! Danke an Hans Werner, Cosmina und all die anderen, durch die lockere und humorvolle Art macht es immer wieder Freude mit ihnen auf den Gipfel zu steigen.

Helmut Fernolendt

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Klettersteigtage im Karwendel vom 28.-31. August 2016

Nach dem Erfolg der Klettersteigtouren in den letzten Jahren wurde die Serie dieses Jahr im Karwendelgebirge fortgeführt. Wie auch die Jahre zuvor unter der Organisation von Julius Orbok.

Der erste Tag begann zunächst zerstreut, da Edith (Dita) und Günther Schnabel bereits einen Tag vorher angekommen sind und nach einer Nacht in der Jugendherberge schon früh morgens den Aufstieg zur Brunnsteinhütte gewagt haben. Die weiteren Teilnehmer (Harald Menschendörfer, Jan Wittemann, Peter und Julius Orbok) haben sich erst mittags in Mittenwald getroffen und von dort sind wir gemeinsam aufgestiegen. Oben auf der Hütte wurde dann erst die schlechte Nachricht übermittelt, dass Dita einige Tage zuvor Opfer eines häuslichen Unfalls wurde und sich eine Fußverletzung zugezogen hatte. Deshalb musste sie (und Günther) leider auf die Klettersteige in den kommenden drei Tagen verzichten. Zum Glück war ihr in ihrem Zustand „einfaches Wandern“ noch gegönnt, sodass die Reise in das schöne Karwendelgebirge auch für sie nicht umsonst war.

Zumindest für die Klettersteiger wartete am zweiten Tag der Mittenwalder Höhenweg, ein verhältnismäßig leichter Klettersteig, jedoch mit steilem Aufstieg. Da es ohne Hindernisse für den ein oder anderen fast zu einfach geworden wäre (die meisten Teilnehmer mussten ihren Klettergurt gar nicht in Gebrauch nehmen), erwischte uns mitten im Klettersteig ein Gewitter. Glücklicherweise konnten wir Schutz unter einem Felsvorsprung suchen und die beinahe einzige verregnete Zeit in den vier Tagen mit einer Mittagspause überbrücken. Vom Klettersteig aus war es nicht mehr weit zur Seilbahn. Doch Jan war von der Tour nicht ausgepowert genug , erklimm im Laufschritt noch die Westliche Karwendelspitze, die abseits des Weges lag, verzichtete auf die Abfahrt per Seilbahn und stieg dann in gleichem Tempo zu Fuß ab. Die folgenden zwei Nächte haben wir in der Jugendherberge Mittenwald verbracht.lamsenspitze2508m

Am nächsten Morgen ging es mit dem Auto nach Eng. Dort haben wir uns mit Dagmar Götz (Dagi) getroffen, die am Tag zuvor telefonisch noch spontan der Tour zugesagt hat. Zunächst machten wir dann den Aufstieg vom großen Ahornboden zur Lamsenjochhütte. Dort begann der Klettersteig. Über den Brudertunnel ging es auf die Lamsenspitze (2508m) und abgestiegen wurde über das Geröllfeld wieder zur Lamsenjochütte. Von dort aus musste dann jedoch im Eilschritt abgestiegen werden, weil das Abendessen in der Jugendherberge zeitlich begrenzt war.

Am letzten Tag trafen wir uns wieder mit Dagi und sind nach Innsbruck gefahren, von wo die letzte Tour startete. Wir sind mit der Nordkettenbahn bis zur Bergstation gefahren und haben von dort den Innsbrucker Klettersteig gemacht. Unter anderem wurde der Kemacher (2480m) bestiegen. Über den Langen Sattel sind wir dann zur Mittelstation der Nordkettenbahn abgestiegen. Nachdem wir hinuntergefahren sind fand die Tour bei einem gemütlichen Radler im Tal, bevor alle ihres Weges abgereist sind, ihr Ende. Dita und Günther haben noch paar Tage angehängt um sich Innsbruck näher anzuschauen. Im großen Ganzen waren alle mal wieder zufrieden und warten gespannt auf die Klettersteigtour im kommenden Jahr.

Peter Orbók

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Mit Steigeisen und Klettergurt unterwegs

Mal mit Steigeisen und Klettergurt zu wandern, stand schon lange auf unserer „To do“ Liste. Da bot sich der Grundkurs Bergsteigen der DAV Sektion Karpaten Ende Mai 2016 nahezu an. Prima, dass es so ein Angebot bei unserer Sektion gibt.

Grundkurs Bergsteigen bei der DAV-Sektion Karpaten – Mai 2016

Wir( Melitta Bonfert und Doris Bugl) und 16 weitere Mitglieder der Sektion Karpaten trafen uns am Donnerstag (Fronleichnam) am Parkplatz Ramsau Hintersee. Zunächst ging es noch auf normalem Wanderweg über die Schärzenalm zur Blaueishütte (1680 m), wo bereits ein kühles Bier und Radler auf uns warteten. Nach einer kleinen Stärkung wurden wir von unserem Tourenleiter, Hans Werner und seinem Helfer, Tom in die Seil- und Knotentechnik beim Klettern eingewiesen. Zum ersten Mal legten wir einen Klettergurt an. Manch einer hatte seinen Spaß an dem doppelten Achter, Mastwurf oder Prusik. Die Nacht verbrachten wir im Matratzenlager der Hütte. Nach dem Frühstück waren Abseilübungen vom Fels angesagt. Anfangs hatten wir noch ein flaues Gefühl in der Magengegend , doch dank der vertrauenserweckenden Worte von Hans Werner, den ausführlichen Anleitungen von Tom Vesely und dem Vorbild der erfahrenen Freunde, war das Abseilen vom Fels gut erlernbar und machte sogar Spaß. Dazu gehörte aber auch ein Sicherheitstraining im Schnee und Eis, wie zum Beispiel Bremsen nach einem Sturz am Abhang, Absteigen durch tiefen Schnee als „stolzer Mann“, Gehen mit Steigeisen.aufstieg-auf-den-hochkalter-mai-2016

Zwei Gipfelbesteigungen standen für Samstag auf dem Programm. Die fortgeschrittene Gruppe stieg zur Blaueisspitze (2481 m) und wir zum Hochkalter (2607 m) hoch. Es ging zunächst im Zickzack steil bergauf über den Gletscher bis zum schönen Fleck. Danach war Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Kletterfertigkeit im Fels gefragt. Vorsicht war geboten, so dass wir nur langsam vorankamen, aber immer wieder ein tolles Panorama genießen konnten. Das Wetter hielt und wir erreichten nach 5 Stunden Gehzeit den Gipfel. Froh und glücklich fielen wir uns in die Arme. Die Aussicht auf die gegenüberliegende Blaueisspitze, auf den Watzmann, den Gletscher und auch ins Tal belohnte unsere Strapazen.

Nach einer kleinen Stärkung am Gipfel folgte der Abstieg, der sich als etwas schwierig erwies, da man teilweise rückwärts und auf allen Vieren klettern musste. An der schwierigsten Stelle durften wir uns dann abseilen. Das fiel uns schon leichter, da wir es ja am Vortag geübt hatten. Klaus Gündisch erwartete uns unten schon mit verlegtem Fixseil. Dann durften wir nur noch abwärts durch den tiefen Schnee stapfen und schon war die Hütte in Sicht. Oh, war das ein erhebendes Gefühl: wir hatten es geschafft!

Am Sonntag hatten wir, vor dem Abstieg zu unseren Fahrzeugen, noch etwas Zeit für Kletterübungen. Dann verabschiedeten wir uns in der Hoffnung, dass wir uns alle bei einer nächsten schönen Bergtour wieder begegnen. Wir danken Hans Werner, Klaus Gündisch und Tom Vesely, dass sie uns bei neuen Erfahrungen begleitet und unterstützt haben.

Melitta Bonfert und Doris Bugl

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Auf den Spuren der Schmuggler im Montafon – Juni 2016

Unter der Führung von Fachübungsleitern Renate und Egon Kirschner verbringen 16 Teilnehmer der Sektion Karpaten des Deutschen Alpenvereins ein abenteuerliches Wochenende auf historischen Schmugglerpfaden und Klettersteigen im Montafon. Jahrhundertelang führte im Montafon ein viel begangener Saumweg in die Schweiz und weiter nach Italien. Dieser Weg diente früher hauptsächlich dem Transport von Waren. Nebenher schmuggelten verwegene Männer auf Schmugglersteigen ihre Ware am Zoll vorbei. Der berüchtigte Schmugglersteig, die Gargellner Köpfe und die Röbischlucht waren im Juni 2016 unsere Ziele.

Das geplante Wochenende näherte sich mit schlechten Wetteraussichten. Trotzdem startet die Gruppe unter der Leitung von Tourenleiter Reinhold Kraus hoffnungsvoll am Samstagmorgen die Tour ins Montafon. Es regnet in Strömen auf dem Weg nach Gargellen zur Seilbahn. Die Teilnehmer sind beunruhigt. Trotzdem fahren wir mit der Seilbahn zur Mittelstation. Oben angekommen, hört der Regen auf und über uns entfaltet sich zu unserer Freude, der schönste blaue Himmel. Nun können wir den ehemaligen Steig der Schmuggler ohne Wettersorgen begehen. Am Einstieg angekommen legen wir unsere Ausrüstung an: Helm, Klettergurt, Klettersteigset. Ein kurzer check, ob alles sitzt und geschlossen ist, dann geht es zum Klettern in die Wand. Nach dem ersten Aufstieg bietet uns der Klettersteig zwei Wegvarianten an, eine Einfache und eine Schwierige. Einige Teilnehmer entscheiden sich für die schwierigere Wegvariante. Zu Beginn dieses Weges müssen sie über zwei Seilbrücken gehen. Ein wackeliges Seil unter den Füßen und darunter der Abgrund, das kostet erst Überwindung der eigenen Angst. Nach den ersten Schritten trauen sich einige sogar kleinere Späßchen zu machen und wippen mutig auf dem Seil in der Luft, zum Schrecken ihrer Zuschauer. Der Weg führt weiter an zahlreichen Sprossen die steile Wand entlang. Oben angekommen, lässt ein spektakuläres Panorama den großen Kraftaufwand schnell vergessen. Die leichtere Wegvariante schlängelt sich am Grat entlang. Mit herrlichen Landschaften auf beiden Seiten des Grates, schöner Führung des Klettersteigs und Ausblicke auf den schwierigen Klettersteig ist der Aufstieg genauso abwechslungsreich und spannend. Nach knappen 2 Stunden erreichen alle den 2559 m hohen Gargellner Kopf. Die Freude darüber ist bei beiden Gruppen sehr groß.

Beim Abstieg werden alle vom Regen nass. Unten scheint aber wieder die Sonne und einige Teilnehmer wandern noch am gleichen Tag in die Röbischlucht. Die Schlucht ist sehr eng und der Klettersteig führt direkt durch die Schlucht über dem Bachbett. Jeder muss Mut, Balance und Geschicklichkeit beweisen, um den Wildbach zu überqueren. Wir müssen öfter von einer Seite des Baches auf die andere Seite springen und benötigen helfende Hände, um nicht ins Wasser zu fallen. Auf dem kurzen Übungsklettersteig in der Röbischlucht können wir gemeinsam einige Sicherungsmöglichkeiten des Klettersports trainieren. Unseren drei Jugendlichen macht dieser Klettersteig ganz besonders viel Spaß, so dass wir am Sonntag auf ihren Wunsch nochmal in die Röbischlucht gehen. Wir entscheiden uns für eine schwierigere, kurze, aber trotzdem spannende Klettervariante. Vor dem Abstieg scherzen und erzählen wir bei einer Vesper und nach kurzem Packen findet dann die große Verabschiedung statt. Insgesamt war es für alle ein tolles, erfülltes Wochenende. Wir haben trotz unbeständigem Wetter viel erlebt, das Klettern auf den Klettersteigen geübt und sind alle Klettersteige gegangen, die wir uns vorgenommen hatten.

Ines und Renate Kirschner

 

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